Ungarn

Obwohl Teil der Doppelmonarchie, blieb Ungarn im Bahnbau immer eigenständig.

Die erste Linie wurde am 15. Juli zwischen Budapest und Waitzen eröffnet, sie hatte eine Länge von 34 km.

Ab 1867 wurde das Bahnwesen völlig autonom und am 30. Juni 1868 die ungarische Staatsbahn (MÁV) gegründet, die nach und nach das gesamte Streckennetz übernahm, besonders nach 1945 - mit einer Ausnahme: die teils in österreichischem Besitz befindliche Györ - Sopron - Ebenfurti-Vasut, deren Strecke ja auch auf österreichischem Gebiet verläuft.

Auch im Lokomotivbau ging Ungarn stets eigene Wege.

So beschaffte die MÁV als einzige Bahnverwaltung Europas eine große Anzahl vom Mallet-Lokomotiven, und zwar 167 Stück, dazu kamen noch 37 Stück der Kaschau-Oderberger-Bahn.

Nach 1918 wurden allerdings die meisten dieser Lokomotiven an Jugoslawien abgegeben.

Eine der bekanntesten ungarischen Dampfloks ist die Reihe 424, eine 2D-Lok für den schnellen Personen- und Güterzugdienst. Von diesem Typ wurde nach 1945 eine größere Anzahl nach Jugoslawien und sogar nach China exportiert, auch wurde sie für den eigenen Bedarf im Land weitergebaut.