Die Gegenwart

Auch im Winter pünktlich und zuverlässig unterwegs. (Foto: Ortner)
Rollende "Sagenhafte Murtalbahn" mit Spielecke, Märchenbüchern und Holzspielzeug für die Kleinen. (Foto: H. Ortner)
Der Triebwagen VT32 unterwegs in herrlicher Landschaft. (Foto: August Zopf, 4. Oktober 1996)
Der VT34 bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof Murau. (Foto: August Zopf, 25. August 1984)

Eine geradezu revolutionäre Entwicklung für die Murtalbahn setzte mit dem Beginn des Probebetriebes des ersten Triebwagens am 9. Februar 1981 ein. Vorausgegangen waren jedoch Überlegungen, den Personenverkehr mit Omnibussen auf die Straße zu verlegen, oder eine grundlegende Neugestaltung auf der Schiene in Angriff zu nehmen. Die Entscheidung fiel wie man heute weiß - zugunsten der Schiene. Das Ziel war eine Neukonstruktion von Trieb- und Steuerwagen, die eine Zugbildung mit beliebig vielen Einheiten möglich macht. Da es keine Vorbilder eines Schmalspurtriebwagens gab und auch seitens der heimischen Waggonbauindustrie kein Interesse an der Entwicklung eines Prototyps bestand, ergriffen die Steiermärkischen Landesbahnen die Initiative und konnten die Maschinenfabrik Knotz gemeinsam mit der Österreichischen Brown-Boveri-Werke AG in Wien als Hersteller für den neuen Triebwagen der Murtalbahn gewinnen. Der zwischenzeitlich völlig durchgearbeitete Gleiskörper erlaubte einen zweifellos gewaltigen Schritt in Richtung Schmalspur-Neuzeit mit fahrplanmäßig zu befahrenden Streckenabschnitten von 70 km/h. Der erste Triebwagen befuhr am 28. November 1980 nach der Umladung den Streckenabschnitt Unzmarkt - Murau und am 9. Februar 1981 begann der Einsatz im planmäßigen Personenverkehr. Nach und nach wurden 1981 drei weitere Triebwagen und 1982 vier Steuerwagen an die Murtalbahn ausgeliefert und mit dem Fahrplanjahr 1982/83 wurden große Ziele der Murtalbahn Realität:
1. Verkürzung der Fahrzeiten
2. Trennung Personenverkehr - Güterverkehr
3. Verdichtung des Fahrplanes

Wie gut sich der neuentwickelte Triebwagen bewährt hat, zeigten die Probefahrten eines Murtalbahntriebwagens vom 1. - 3. Juli 1983 auf den Schmalspurbahnen des Waldviertels und am 4. und 5. Oktober 1983 auf der Pinzgauer Lokalbahn. Die ÖBB beschlossen, sich dem Triebwagenprogramm anzuschließen, was in der Folge zur Beschaffung der ÖBB-Triebwagenserie 5090 führte.

Hatte die Werkstätte Murau bereits durch den Ankauf der Dieselloks in den Jahren 1968 - 1972 Erweiterungen und eine Ausstattung mit zeitgemäßen Maschinen und Krananlagen erfahren, wurde mit der Aufnahme des Triebwagenverkehres 1981 eine neue Triebwagenhalle gebaut und in Tamsweg die 1977 neu errichtete Einstellhalle im Jahre 1983 verlängert, sodaß darin seither ein Trieb- und ein Steuerwagen Platz finden. Da auch der Betrieb der Bahnpost 883 mit dem Triebwagenverkehr abgewickelt werden mußte, folgte 1982 die Beschaffung eines Bahnpostwagens.
Ein entscheidender Faktor zur Verbesserung des Güterumschlages war der am 11. Juli 1984 in Betrieb genommene 30-t-Portalkran. Dadurch ist nicht nur eine rasche und zweckmäßige Umladung von Schnittholz möglich, sondern er dient auch der Umsetzung von Gütern Verschiedenster Art sowie Wechselaufbauten und Containern.

Ein weiterer Meilenstein für eine technische moderne Betriebsabwicklung wurde am 1. April 1985 gesetzt: Die Einführung des Zugleitbetriebes auf der Murtalbahn. Seit Inbetriebnahme des Zugfunks wird der gesamte Zugverkehr von einem Zugleiter in Murau abgewickelt. Dadurch konnten nicht nur besetzte Verkehrsstellen aufgelassen, der Betriebsdienst in bereits unbesetzten Verkehrsstellen leichter abgewickelt werden, sondern ein wesentlich verdichteter Zugverkehr wird dadurch auf dieser eingleisigen Strecke möglich. Erleichtert wird dies durch den Einbau von Rückfallweichen in bereits vier unbesetzten Verkehrsstellen, wodurch der Zugverkehr bei Kreuzungen beschleunigt abgewickelt werden kann.

Eine Investition größeren Ausmaßes verlangte die Auflösung des "Frachtstückgutes" und des "Expreßstückgutes" bei den Österreichischen Eisenbahnen mit 31. Dezember 1986 zugunsten der Einführung des "Bahn Expreß von Haus zu Haus". Auf der Murtalbahn wurde Bahn Expreß auf der Schiene zu den Stützpunkten Murau/Stolzalpe und Tamsweg befördert, von wo es mittels LKW durch Privatfirmen in der Fläche zugestellt wird. Dafür war eine Neukonstruktion von vier Schiebewandwagen, geeignet für den Triebwagenverkehr, notwendig. Seit einiger Zeit wird einer dieser Spezialwagen als Postbeiwagen im Triebwagenverkehr eingesetzt, alle vier Wagen sind ausgerüstet zum Transport von je 28 Fahrrädern. Damit und mit eigenen Fahrradabteilen in den Trieb- und Steuerwagen setzt die Murtalbahn auf modernen Tourismus den Aktivurlaub womit das Angebot abgerundet wird.

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