Der Güterverkehr

Doppelt bespannter Güterzug am Bahnhof Wulkaprodersdorf. (Foto: 1994, Passmann)
Mit Glas beladener Güterzug zwischen Müllendorf und Neufeld an der Leitha. (Foto: 1993, Passmann)
Aufnahme am Verschubbahnhof Sopron Rendezö im Jahre 1996. (Foto: Sammlung ROeEE AG)
Opelzug am Bahnhof Wulkaprodersdorf. (Foto: 1996, Passmann)
Bundesheerzug am Bahnhof Wulkaprodersdorf. (Foto: 1997, Passmann)
"Rollende Landstraße" Wels - Sopron zwischen Neufeld an der Leitha und Müllendorf. (Foto: 1. Februar 1995, Passmann)

ROeEE AG
Entscheidend für die Transportmenge ist die wirtschaftliche Situation der Betriebe in der näheren Umgebung des ROeEE-Schienennetzes. Die Serviceleistungen für die angrenzenden Firmen haben für die Bahn immer Priorität gehabt, weiters konnten diverse Unternehmen überzeugt werden, entlang der Strecke Manipulations- und Lagerstätten zu errichten. (Lagerhalle am Bf. Neufeld, Sped. Zarits am Bf. Wulkaprodersdorf, Buchbinderei Frauenberger am Bf. Müllendorf).. Um das Transportsubstrat zu halten, sind jedoch verstärkte Akquisitionstätigkeiten notwendig, die einen vermehrten Arbeitseinsatz erfordern. Neben den angeführten Firmen sind die Müllendorfer Kreidefabrik, Fa. Sanochemia-Gruppe, Lagerhaus Wulkaprodersdorf, Registerschnitt und diverse Speditionen anzuführen.

NSB AG
Das Güteraufkommen auf der NSB-Strecke ist in erster Linie vom Empfang und Versand der landwirtschaftlichen Betriebe abhängig. Die Kunden sind vor allem Lagerhäuser und Großgrundbesitzer.
Es werden alle Arten von Getreide, Kunstdünger und Güter für die Landwirtschaft befördert.

Nach Beginn der Erneuerungsarbeiten ist auf Grund der Transportqualität auch das Aufkommen gestiegen (seit 1985). Nachdem die notwendige Infrastruktur geschaffen wurde, werden auch die Zuckerrübentransporte auf der Schiene durchgeführt.

Transit: Sopron-Ebenfurth
Das Transitaufkommen ist von der wirtschaftlichen Lage der ehemaligen Ostblockländer abhängig. Die Transporte bestanden hauptsächlich aus Massengütern, die von großen Speditionen getätigt wurde. Als Versand- und Empfangsland ist vor allem die ehemalige Sowjetunion zu nennen. Der Transport über den Grenzübergang Sopron wird nur auf Grund der Akquisitionsarbeit der ROeEE AG-Mitarbeiter und der guten Ausstattung des Bahnhofes Sopron getätigt. Es sind Zollagerungsmöglichkeiten, ein großer Verschubbahnhof, ein Kran für Containerumladungen Bearbeitung aller zolltechnischen Arbeiten möglich.

In der Relation laufen rd. 60% Richtung Osten, 40% des Transites gehen nach Westen.

Um den Standort Sopron als Übergangsbahnhof attraktiv zu halten, wird versucht, auf die Bedürfnisse der Transportindustrie einzugehen und diese auch zu realisieren. Gemeinsam mit den ÖBB werden Abläufe erarbeitet um den Grenzaufenthalt möglichst kurz zu gestalten. Der großen Bedeutung des Transportes von gefährlichen Gütern ist sich die ROeEE AG Eisenbahn bewußt und es wurden auch die notwendigen Maßnahmen für diese Transporte getroffen. Als zukunftsweisend muß die Investition für die BOLA bezeichnet werden.

1991 errichtete die OPEL AG in Szentgotthárd ein Montagezweigwerk. Dazu müssen die Einzelteile vom Werk Bochum in Deutschland angeliefert werden. Da keine Vorratshaltung möglich ist, wird das Montagematerial praktisch vom Eisenbahnwagen direkt auf das Fließband befördert. Das bedingt einen pünktlichen Zuglauf zwischen den beiden Werken.

So werden seit 1. Mai 1992, mehrmals wöchentlich, Ganzzüge von Deutschland nach Ungarn in Bewegung gesetzt. Eine Lokomotive der Deutschen Bahn AG befördert den Zug im Lokdurchlauf von Bochum bis Ebenfurth, dort wird der Zug von einer V 43 der ROeEE AG übernommen und bis Sopron Rendezö geführt, wo sich dann eine Lok der MAV an die Zugspitze setzt und ihn bis Szentgotthárd zieht. Die ROeEE AG leistet somit, wenn auch nur auf einem kurzen Streckenabschnitt, einen wichtigen Beitrag im modernen, europäischen "Just in time"-Güterverkehr.

Durch laufende Investitionen und den Ausbau der Strecke und des Bahnhofes Sopron konnte der Güterverkehr wesentlich erhöht werden. Der Ausbau des Containerterminals in Sopron zu einer der wichtigsten Drehscheiben zwischen Ost und West ermöglicht auch die Führung einer Rollenden Landstraße zwischen Sopron und Wels. Die Zahl von bereits 6 täglich geführten Zugspaaren "Rollende Landstraße" auf der Relation Sopron - Wels und die steigende Tendenz bei Ganzzügen in alle Teile Europas zeigen, daß die Investitionen, die in den letzten Jahren im Logistikcenter Sopron getätigt wurden, den richtigen Weg weisen. Allein diese beiden Aktivitäten stellen eine Entlastung der Straße um rund 93.000 LKW-Fahrten jährlich dar.