Steuerwagen

Da die Einzeltriebwagen für das Verkehrsaufkommen der MBS nur in den Randstunden genügen, nahm man schon beim Umbau des ET 10.103 einen Pendelzugseinsatz mit Steuerwagen in Aussicht.

Als Grundlage für solche Fahrzeuge konnten 1969 - 1972 die drei dieselmechanischen Triebwagen ABDm 2/4 der Mittel - Thurgau-Bahn übernommen werden, deren Antriebsanlage in der Folge entfernt wurde. Nr. 8 kam bereits 1969 als ES 10.203 in den MBS-Bestand, Nr. 7 folgte 1977 als ES 10.204, während Nr. 9 schließlich 1985 abgebrochen wurde.

Der ES 10.203 wurde vor allem zusammen mit dem Gepäcktriebwagen ET 10.106 verwendet; er steht mit dem Führerstand Richtung Bludenz, wogegen der ES 10.204 Richtung Schruns steht und zusammen mit den Personentriebwagen eingesetzt wird.

Mit der ehemaligen ÖBB-4130-Garnitur (ET10.105/ES 10.205) und den beiden NPZ kommt die MBS nunmehr zu drei weiteren Steuerwagen.

Die Personenwagen

Einen einzigen zweiachsigen Personenanhängewagen besaß die MBS bei ihrer Eröffnung 1905.

Der Park wurde im Laufe der Jahre durch Nachbauten und die Übernahme von Staatsbahnfahrzeugen ergänzt.

Ein Brandschaden veranlaßte die MBS-Werkstätte nach dem zweiten Weltkrieg, sich an den Neuaufbau eines Wagenkastens zu wagen.

Das Ergebnis war so, daß auch der zweite gleichartige Personen- und ein Triebwagen auf dieselbe Art erneuert wurden.

Ab 1970 sind die verbliebenen Zweiachswagen 10.301 - 10.304 für den Dampfzug hergerichtet worden. Der Wagen 10.301 wurde dabei zum Buffetwagen umgebaut, der sich großer Beliebtheit erfreut.

Ein weiterer Wagen ist zum halboffenen Sommerwagen umgestaltet worden.

Zwei entbehrliche Personenwagen aus dem Eröffnungsjahr 1905 kamen 1974 an Stern & Hafferl für die Lokalbahn Lambach - Vorchdorf - Eggenberg.

Als Ersatz konnten 1973 zwei Vierachswagen der SBB aus den Jahren 1930 und 1932 übernommen werden (20-03 175, neu MBS 10.308 und 20-03 249, neu MBS 10.309), denen 1978 zwei weitere SBB-Wagen, die zwischenzeitlich als B 115/116 im Dienste der MThB gestanden waren, folgten (neu MBS 10.310 und 10.311).

Alle vier Wagen wurdenmit der Steuerleitung versehen und konnten so mit dem ET 10.106 und dem ES 10.203 zu einem der unterschiedlichen Herkunft zum Trotz gut zusammenpaßenden Pendelzug formiert werden. Diese Komposition ist jahrelang vor allem für die immer stärker frequentierten Schülerzüge eingesetzt und im Juni 1990 an Steamrail in die Schweiz verkauft worden.

Der Güter- und Dienstwagenpark

Für den internen Güterverkehr waren bis in die neuere Zeit einige Güterwagen vorhanden. Heute dienen sie nur noch dienstlichen Transporten und sind meist abgestellt oder verschrottet worden.

Ein Fahrleitungs-Montagewagen von 1905 ist 1970 abgebrochen worden. Als Ersatz kamen Motor-Turmwagen zum Einsatz.

Für eine Bahn in einem abgeschlossenen Alpental in West-Ost-Richtung ist auch ein Schneepflug unbedingt erforderlich. Der heute vorhandene Keilpflug wird von einem Triebfahrzeug geschoben, vom dem aus der Spurräumer fernbedient werden kann.

Für größere Unterhaltsarbeiten werden fallweise Fahrzeuge der ÖBB oder von Privatfirmen beigezogen.

Nicht benötigte Dienst-Fahrzeuge sind in der Regel in der Abstellanlage beim Bahnhof St. Anton untergebracht.