Betrieb und Fahrplan

Der erste Fahrplan sah sieben Zugspaare vor, ein damals für Lokalbahnverhältnisse recht gutes Angebot.

Da nur zwei Triebfahrzeuge vorhanden waren, mußte man natürlich mit einem einfachen Fahrplangefüge ohne Kreuzungen auskommen.

Eigentliche Bahnhöfe gab es nur in Bludenz und Schruns, die übrigen Stationen galten als Lade- und Haltestellen mit Abfertigungsbefugnis für den Gesamtverkehr.

Die Haltestelle Brunnenfeld war nur für den Personen- und Gepäckverkehr (mit Abfertigung durch den Zugführer), Lorüns zusätzlich auch für den Stückgutverkehr geöffnet.

Die sieben Zugspaare benötigten für die knapp 13 km lange Strecke bergwärts 46 Minuten, talwärts vier Minuten weniger. Dabei blieb es bis zum zweiten Weltkrieg; der Fahrplan erfuhr während des ersten Weltkrieges gar eine Reduktion auf sechs Zugspaare; erst 1924 wurde wieder ein siebtes eingeführt.

Nach dem zweiten Weltkrieg nahm man den Betrieb mit lediglich vier Zugspaaren wieder auf, doch mußte der Fahrplan laufend ausgebaut werden; 1953 waren es bereits deren zehn.
Die Fahrzeit konnte nun auf 37/35 Minuten reduziert werden.

Mit der Inbetriebnahme der Schienenbusse wurde 1955 ein elftes Zugspaar möglich; 1961 trat ein neugestalteter Fahrplan mit 15 täglichen Hin und Rückfahrten in Kraft. Die Fahrzeit betrug nun noch 28  Minuten.

Der weitere Ausbau führte schließlich zum heute geltenden Fahrplan mit 24 Fahrten, wobei die durchschnittliche Fahrzeit noch 20 Minuten beträgt.

Im ersten vollen Betriebsjahr 1906 benützten 81.689 Personen die Montafonerbahn. Die Güterverkehrsmenge erreichte nur gerade um die 8.000 Tonnen.

Die Beförderungsleistungen stiegen - von den Jahren des Kraftwerkbaues um 1929 abgesehen - nur unbedeutend an. In diesen  Jahren wurden  um die 210.000 Personen und gegen 100.000 Gütertonnen befördert.

In den nachfolgenden Krisenjahren folgte ein Tief mit rund 70.000 Personen und 20.000 Gütertonnen.

Der weitere Kraftwerkbau brachte während des zweiten Weltkrieges neue Höchstleistungen, so 1943 600.000 Personen und 190.000 Tonnen Güter! 1947 verzeichnete man erstmals 900.000 Fahrgäste.

Erst in den siebziger Jahren wurde dann die Millionengrenze deutlich überschritten.

Der Güterverkehr variierte entsprechend den Anforderungen des Kraftwerkbaues, wobei sich die Straßenkonkurrenz zunehmend bemerkbar machte.

Ursprünglich führte die Montafonerbahn weitgehend ein Eigenleben. Außer dem Durchlauf der Güterwagen und den Aushilfen fremder Dampflokomotiven gab es wenig Gemeinsamkeiten mit anderen Bahnen.

Ab 1961 entstanden Reisezugwagen-Durchläufe aus Deutschland, die zeitweise als Eilzug "Silvretta" geführt wurden. Solche verkehrten zunächst zwischen Kiel und Schruns.

Später gab es Durchläufe von Oostende und Dortmund. Seit der Einführung des Taktverkehres 1991 gibt es keine Kurswagenverbindung mehr.

Daneben gibt es fallweise andere  Wagendurchläufe (selten auch aus der Schweiz) sowie Sonderfahrten von MBS-Triebwagenzügen nach dem In- und Ausland.

Damit weist der Betrieb der MBS eine Vielfalt auf, die für eine nur 13 km lange Bahn erstaunlich ist.

Der Betrieb war lange Jahre gekennzeichnet durch die recht häufigen Betriebsstörungen durch Naturgewalten. Erst Uferbauten und Streckenverlegungen, vor allem aber der massive Ausbau der Kraftwerkanlagen haben hier eine Besserung gebracht, indem nun kaum mehr Hochwasserschäden auftreten.

Nach einer ersten größeren Unterbrechung 1906 gingen vor allem die Jahre 1910/11 in die Geschichte ein, als der Betrieb zwischen Lorüns und St. Anton nach dem verheerenden Hochwasser vom14. und 15. Juni 1910 während fast genau einem Jahr unterbrochen war.

Zwischen Bludenz und Lorüns verkehrten erst ab 1. Oktober wieder Züge, wobei man sich mit der Dampftraktion behelfen mußte.

Die letzte größere Betriebsunterbrechung datiert von 1965.