Vergangenheit und Gegenwart

Die Dampflokomotive 671 (ex Südbahn 29) in Wies-Eibiswald, mit Schloß Burgstall im Hintergrund (Foto: Franz Zöhrer)

Im Jahre 1854 wurde die Voitsberg-Köflach-Lankowitzer Steinkohlengewerkschaft gegründet, die zum Abtransport der Braunkohle dringend eine Bahnlinie benötigte. Am 26. 8. 1855 erhielt die genannte Gewerkschaft die Konzession zum Bau einer für den Personen- und Frachtentransport bestimmten Lokomotiveisenbahn von Köflach nach Graz. Im April 1857 wurde mit dem Bau begonnen. Die Kriegsereignisse des Jahres 1859 in Italien erhöhten gewaltig die Nachfrage nach Braunkohle zur Durchführung von Bahntransporten an die Front. Daher wurde über Antrag der Militärverwaltung durch das zuständige Ministerium der Kohlentransport von Köflach nach Graz provisorisch bewilligt. Die offizielle Eröffnung der Bahn erfolgte am 3. 4. 1860.

Zur verkehrstechnischen Erschließung der Braunkohlenlager im Bereich Eibiswald und Steyeregg beschloß die GKB eine Anschlußlinie von Lieboch nach Wies zu bauen. Am 8. 9. 1871 wurde die Konzession für diese weitere Strecke erteilt. Wirtschaftliche und technische Probleme brachten die GKB in finanzielle Bedrängnis. Als Folge wurde schließlich am 28. 6. 1878 beschlossen, den Betrieb auf die Dauer von 50 Jahren der K.k. priv. Südbahngesellschaft zu übertragen. Die Übernahme erfolgte am 1. 9. 1878.

In den nächsten Jahren gab es viele Projekte zur Erweiterung der Bahnlinien der GKB (Anschlußstrecken nach Eibiswald, Marburg, Knittelfeld), die jedoch nie verwirklicht wurden.

Am 27. 11. 1892 wurde von den Steiermärkischen Landesbahnen eine schmalspurige Strecke von Preding-Wieselsdorf nach Stainz eröffnet, deren Betrieb ebenfalls von der Südbahngesellschaft übernommen wurde.
Die Auswirkungen des Ersten Weltkrieges, der Rückgang des Interesses an einer Betriebsführung der GKB durch die Südbahngesellschaft und die Liquidation der Südbahngesellschaft führten zur Übernahme der Betriebsführung der GKB durch die Österreichischen Bundesbahnen (BBÖ) mit 1. 1. 1924. Die erfolgslose Führung durch die BBÖ führten zur Entscheidung der GKB den Betrieb wieder selbst in die Hand zu nehmen.
In den folgenden Jahren verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage, doch durch das Dazwischentreten der Österreichischen Alpine-Montangesellschaft (ÖAM) war es möglich, die Krise zu überwinden. Seit 1928 besitzt die ÖAM endgültig die Aktienmehrheit.

Im Jahre 1930 wurde durch die GKB die Aktienmajorität der Sulmtalbahn AG übernommen. Ab 1. 4. 1930 übernahm die GKB selbst den Betrieb auf dieser Lokalbahnlinie.
Durch die Steigerung der Beförderungsfrequenzen sowohl in Güter- als auch im Personenverkehr bedingt durch den Ausbruch des zweiten Weltkrieges, kamen auch Projekte zur Sprache, die eine unmittelbare Verbindung mit Kärnten herstellen sollten (heutiger Koralmtunnel).

Nach einer kurzzeitigen Änderung des Firmentitels im Jahre 1944 in "Steirische Bergbau- und Eisenbahngesellschaft", bedingt durch die Einverleibung der ÖAM in die "Reichswerke AG für Erzbergbau und Hüttenwesen Hermann Göring", wurde nach den Zusammenbruch des Deutschen Reiches im Jahre 1945 wieder der alte Firmenname übernommen.

Aufgrund des Verstaatlichungsgesetzes gingen die Anteilsrechte an der Gesellschaft in das Eigentum der Republik Österreich über. Das Konzernverhältnis mit der ÖAM blieb bestehen und durch den Zusammenschluß der ÖAM mit den VÖEST Linz im Jahre 1974 gehörte nun die GKB dem Konzern der Vöest-Alpine AG an.

Derzeit ist die GKB in der Österreichischen Bergbau-Holding AG (ÖBAG) innerhalb der Österreichischen Industrie-Holding AG (ÖIAG) eingegliedert und wird seit Mitte 1989 als Gesellschaft m.b.H. geführt. Die jüngste eisenbahnrechtliche Konzession der Graz-Köflacher Eisenbahn endet mit Ablauf des 31.12.1998.

Die weitere Zukunft der GKB ist noch offen, unbestritten ist jedoch ihre Bedeutung für die Wirtschaft und für die Bewohner der Weststeiermark.