Ausbau zur Hochleistungsstrecke

Gloggnitz - Mürzzuschlag

VORTEILE DES SÜDBAHN - NEUBAUABSCHNITTES GLOGGNITZ - MÜRZZUSCHLAG ("SEMMERING-BASISTUNNEL")

Der Ausbau der Südbahn (Projekt Pontebbana) ist ein strategisches, überregionales Projekt im europäischen Gesamtnetz, wobei die verkehrspolitische Bedeutung, insbesondere für den Güterverkehr, im Vordergrund steht.

Situation

Ostösterreich ist seit der Öffnung der östlichen Nachbarstaaten von der Zunahme des internationalen Verkehrs besonders betroffen, vor allem im Güterverkehr. Die Modernisierung der Schiene als Voraussetzung für die Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene ist eine notwendige Investition in die Zukunft. Es müssen daher vor allem überregionale Aspekte beachtet werden, eine lokal orientierte Sichtweise reicht nicht aus.

Wird die Südbahn nicht entsprechend ausgebaut, droht eine Umfahrung Österreichs. Und damit ein Ausschluß von wichtigen Güterströmen auf der Bahn.

Seit 1989 wurden über 4 Mrd. öS in das gesamte Projekt Neue Südbahn investiert (Ausbaustufe Liesing - Wr. Neustadt, Knoten Obersteiermark, St. Veit/Glan - Klagenfurt, Großverschiebebahnhof Villach-Süd, Arnoldstein - Thörl Maglern).

Tatsachen

Der Ausbau der Südbahn ist eine verkehrspolitische Notwendigkeit. Österreich hat sich aus Rücksicht auf Mensch und Umwelt das Ziel gesetzt, den Großteil des Verkehrs (Personen- und Güterverkehr) in den nächsten Jahrzehnten von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Das steigende Verkehrsaufkommen durch die Ostöffnung und die künftigen Verflechtungen im europäischen Wirtschaftsraum machen einen raschen Ausbau der Südbahn, die derzeit noch nicht durchgehend als Hochleistungsstrecke befahrbar ist, notwendig. Dies gewährleistet auch, daß die Bundeshauptstadt Wien seine derzeitige Bedeutung als internationaler Eisenbahnknotenpunkt festigt und Österreich nicht von wichtigen Güterströmen ausgeschlossen und umfahren wird. Besonders hervorgehoben werden muß die Tatsache, daß der Semmering-Bahntunnel nicht einer kostspieligen Ausrüstung einer Transitstrecke dient. 80 Prozent des Güterverkehrs über den Semmering sind hausgemacht, also Binnen-, Quell- und Zielgüterverkehr, von dem ausschließlich heimische Unternehmen profitieren. Der Semmering ist Teil der Verkehrs-Lebensader Oberitalien und Adria-Raum > Kärnten und Steiermark > Großraum Wien > Warschau - Danzig und Kiew.

Der Nord-Ostraum Europas hat sich geöffnet, die Wirtschaft kann und will verstärkt ihre Positionen an der Schnittstelle zwischen West und Ost nützen. Die stetig stiegenden Exporte bestärken diese Vorgangsweise.

Der Wirtschaftsfaktor Südbahn

Die Verkehrserschließung einer Region entscheidet wesentlich über deren Eignung als Wirtschaftsstandort.

  • Auf Dauer werden durch die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur Wirtschaftsstandorte gestärkt.
  • Während des Baues werden hohe direkte Investitionen getätigt und damit auch Arbeitsplätze gesichert. - Zur Zeit werden über den Semmering zu 80 Prozent Binnen-, Quell- und Zielgüterverkehr und nur rund 20 Prozent Transit. Das heißt, wir sprechen hier vor allem von innerösterreichischen Transporten und den direkten Importen und Exporten der österreichischen Wirtschaft. Es sind unsere eigenen Güter, die diese Bahnstrecke brauchen, und je leistungsfähiger diese Strecke ist, desto konkurrenzfähiger werden auch unsere Industrie und Wirtschaft sein. Wo es aber kein leistungsfähiges Angebot gibt, wird die Nachfrage absterben und mit ihr langfristig industrielle Substanz in der Steiermark und Kärnten. Seit 100 Jahren ist am Semmering nichts Grundlegendes geändert worden, obwohl der Semmering der im Schienengüterverkehr derzeit am meisten belastete Alpenübergang Österreichs ist.

Belastungsgrenzen der Ghegabahn sind erreicht

Die Bestandsstrecke über den Semmering ist nicht zukunftsweisend. Die Anlage entspricht den technischen Anforderungen und Möglichkeiten des 19. Jahrhunderts. Legt man an die Bahnverbindung über den Semmering europäische Maßstäbe für leistungsfähige und zukunftsorientierte Eisenbahnstrecken an, kann dieser Teil der Südbahn, die Ghegabahn, nicht bestehen. Die Strecke wurde im 19. Jahrhundert für Achslasten von 7 Tonnen konzipiert. Heute sind jedoch bis zu 22,5 Tonnen Achslast üblich. Die hohe Belastung und die engen Radien machen die Schienen alle 2 bis 6 Jahre erneuerungsbedürftig, während sie normalerweise mindestens 30 Jahre befahrbar sind.

Tourismusregion Semmering

  • Der Semmering war und ist ein klassisches Erholungsgebiet.
  • Wird der Eisenbahntunnel nicht gebaut, nimmt der Straßengüterverkehr stark zu und gefährdet somit den touristischen Wert der Region.

Laufende Probleme mit notwendigen Instandhaltungsarbeiten

Die Betriebssicherheit ist nach wie vor gegeben, jedoch wird es immer schwieriger und teurer, sie aufrechtzuerhalten. Die denkmalgeschützte Ghegabahn ist inzwischen abschnittsweise eine eingleisige Dauerbaustelle mit gewaltigen kostentreibenden Betriebserschwernissen. Allein die Erhaltungskosten liegen bei mehr als 100 Mio. Schilling im Jahr- dies entspricht in etwa dem Doppelten einer gleich langen normalen Strecke.

Alte Viadukte werden zum Sicherheitsrisiko Trotz laufender Reparaturen gibt auch die Sicherheit der einzelnen Bauwerke Anlaß zur Sorge. Insbesondere die Viadukte, die seinerzeit - entsprechend dem damaligen Stand der Technik - in Massivbauweise mit Stein und Ziegel errichtet wurden, werden durch die stetig steigenden Belastungen zunehmend in Mitleidenschaft gezogen.

Alte Tunnelquerschnitte sind zu klein

Der zu geringe Tunnelquerschnitt auf der Ghegabahn verhindert vor allem auch die Verwendung von Großcontainern.

Alternativstrecken sind keine wirkliche Alternative

Die Süd-Ost-Spange, eine immer wieder diskutierte Hochleistungsstrecke durch das Burgenland, würde einen ebenso hohen Tunnelanteil aufweisen. Die Errichtungskosten würden jedoch das Vielfache des Semmering-Basistunnels erfordern. Da derzeit weder ein Projekt noch eine Finanzierung dafür vorliegen, wäre - wenn überhaupt - die Süd-Ost-Spange frühestens bis zum Jahr 2030 realisierbar. Außerdem wäre bis zur Gesamtfertigstellung kein Entlastungseffekt für den Bereich Semmering zu erwarten.

Der Ausbau des Nahverkehrs

Bestehende Verträge über den Ausbau des Nahverkehrs werden eingehalten. Nahverkehrsprojekte werden unabhängig vom Bau des Semmering-Basistunnels realisiert. Neben dem Nahverkehrsausbau sind auch Investitionen in die überregionale Schieneninfrastruktur notwendig, um den Wirtschaftsstandort Österreich auch in Zukunft zu sichern.

Vorteile - Zusammenfassung:

  • Durchgehender Ausbau der Südbahn
  • Stärkung des Wirtschaftsstandortes
  • Keine Umfahrung Österreichs
  • Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene
  • Erhöhte Wettbewerbsfähigkeit der Schiene
  • Entlastung der Umwelt und der Anrainergemeinden
  • Historische Ghegabahn bleibt erhalten
  • Ersparnisse bei Betriebs- und Erhaltungskosten der Ghegabahn
  • Bessere Anbindung der krisenanfälligen Regionen

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